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analoge Photography

CREATIVE COLLECTION

Die entschläunigte und ehrliche Fotografie.

PORTFOLIO

Warum Analog?

Ich fühle mich zurückversetzt in meine Jugend, es ist glaube ich so ein emotionales Ding. Mitte der 80er Jahre hatte ich eine kleine Dunkelkammer und habe meine Bilder selbst entwickelt und auf Papier ausbelichtet. Unabhängig davon fasziniert mich, viel bewuster zu fotografieren, mehr zu überlegen bevor ich den Auslöser drücke. Weg vom perfekten, megascharfen Bild hin zu einem unverwechselbaren Bildlook der einem Bild eine Seele verleiht.

Oft habe ich über meine digitalen Bildern Presets gelegt, die diesen einen analogen Charm geben sollten. Irgendwann Ende letzten Jahres habe ich mir dann die Frage gestellt, warum dann nicht wirklich analog fotografieren?

Der Schaffensprozess ist ein ganz Anderer. Das Bild entsteht vom Sehen über das handwerkliche Werden. Sozusagen Hand gemacht.

Es ist spannend und faszinierend zugleich.

Meine erste Kamera

analoge ZENIT

Dieses gute Stück habe ich mir 1985 von meinem Jugendweihe Geschenk gekauft. Leider löst sich im Prisma der Klebstoff, so dass Dein müheloses Scharfstellen nicht mehr möglich ist. Jetzt steht sie als Dekoration in meiner Vitriene und erinnert mich an meine ersten Gehversuche in der Fotografie. 

analoge Portraitfotografie

Menschenfotografie

In meiner 2020er ToDo Liste steht, wenieger Photoshop und mehr Gefühl in den Bildern. Was passt mehr dazu als Fotografie mit einem Film. Mich fasziniert der Look der Bilder, das unperfekte, die Ecken und Kanten im Bild. 

analoge Fotografie

Natur oder Städte

Losziehen und Motive suchen. Anhalten, schauen und den Auslöser betätigen. Nein nicht zwei oder drei Bilder vom gleichen Motiv schießen. So geht analog.
Ihr glaubt ja nicht wie lang ein 36er Film sein kann, wenn man sich zu jedem Motiv Gedanken machen muss. Das verlangsamt die Fotografie ungemein. Und auf die Aufnahmen muss der Fotograf und das Model auch noch warten. 

Analoge Fotografie

Mein Workflow

Bilder machen

Ich fotografiere mit einer Praktica MTL5 aus dem Hause Pentacon der ehemaligen DDR. Zu der Kamera habe ich eine Standardbrennweite von 58mm f2 von HELIOS. Dieses Objektiv zeichnet von Blende 2 bis Blende 16 sehr scharf. Es war das Originalobjektiv meiner Zenit. Bei ebay gibt es das gute Stück für ca. 50€. Die Kamera zwischen 40 und 100€. Zu meinem Objektivtest. Zusätzlich benutze ich noch ein Pentacon 135mm f2.8 für Portraits und ein Pentacon 30mm f3.5 für Landschaft und Streetfotografie. Beide Objektive sind ebenfalls sehr gut und funktionieren auch adaptiert an meiner Sony A7R3 bestens. 

Den Film entwickeln

Die Spannung steigt :-)

Das entwickeln ist tatsächlich kein Hexenwerk und dauert ca. 20 Minuten + Trocknungszeit des Filmes. Meine Filme entwickle ich in einem Jobo 35mm Tank (1510) für einen Kleinbildfilm. Die Jobotanks sind die besten Entwicklerdosen. Den Film in die Dose zu friemeln ist das Einzige, dass in vollständiger Dunkelheit passieren muss. Mein Bad ist bei heruntergelassener Jalousie glücklicherweise komplett dunkel. 

Ich entwickle mit einem ILFORD ILFOTEC DDX im verhältnis 1:4. Das bedeutet, dass Ihr bei 250ml Tankvolumen für die Entwicklerdose, 50ml Entwickler in einen Messbecher gebt und mit 200ml Wasser von genau! 20°C auffüllt. Auf dieser Seite kann man die Kombinationen von Film und Entwicklungszeiten ablesen. https://de.darkroom-solutions.com. Ich fotografiere in der Regel mit einem ILFORD Delta 100 oder ILFORD Delta 400.. 

Dann folgt das Stoppen mit Leitungswasser und das fixieren. Ich verwende als Fixierbad den ADOX ADOFIX Plus wieder im Verhältnis 1:4.

Dann noch Wässern, den Film aufhängen und trocknen lassen.

Ein guter und verhältnismäßig preiswerter Händler für den analogen Kram ist: https://www.fotoimpex.de

Meine Einkaufsliste:

3 Messbecher 1L zum Ansetzen der Lösungen
1 Messzylinder 
1 Thermometer
Filmklammern 1 Paar (1x mit Gewicht, damit der Film schön glatt hängt.)
1 Filmentwicklerdose JOBO 35mm Tank (1510)
1 Trichter
1 Filmabstreifer zum Wasser abziehen 
1 Stab zum Umrühren der Lösung
1 Filmrückholer (um den Filmanfang aus der Patrone zu fummeln)

1x Entwickler 
1x Fixierbad
1x Netzflüssigkeit für besseres trocknen des Films

Eine tolle Seite im Netz https://analoge-fotografie.net

Und wenn alles geklappt hat, dann ist auf dem Film auch etwas drauf *freu*
Bei mir hat bisher jeder Film funktioniert.

Habe ich Euch neugierig gemacht?

Film in der Dusche zum trocknen aufgehangen

Entwicklerdose mit einer App für die Einhaltung der Zeiten

Film auf dem Leuchttisch prüfen

Jetzt folgt bei mir der Digitalisierungsprozess

Ich habe erst mit dem Abfotografieren herumexperimentiert. Das geht recht schnell, aber die Ergebnisse haben mir nicht gefallen. Dann habe ich mir einen Negativscanner (Proscan 10T) gekauft und scanne die Negative ein. Der Proscan 10T ist nicht billig, aber ein guter Kompromiss. Die Billigen Scanner könnt Ihr wegen der Auflösung vergessen und Profigeräte kosten leicht über 1000€. Ich habe den Scanner über Amazon gebraucht für um die 400€ gekauft.

Meine Bildbearbeitung in Photoshop ist minimal und entspricht dem, was auch beim ausbelichten auf Papier passieren würde. Tonwertkorrektur, eventuelle Anpassung der Helligkeiten und den Staub entfernen. Letzteres bleibt leider nicht zu 100% aus.

Tja und das war es. 
Das macht super viel Spaß und ich finde die Ergebnisse sind ehrlicher als aus der Digitalknipse. Trotzdem werde ich weiterhin auch meine Sony weiter verwenden. Im Studio z. B. kommt für mich im Moment nur der digitale Workflow in Frage aber On Location und Streetfotografie, da wird sich mein Fokus auf jeden Fall hin zur analogen Fotografie verschieben.

Ich hoffe Euch hat der Beitrag gefallen. Dann schreibt mir gern einen Kommentar. 

Praktica MTL 5

Eine sehr robuste und zuverlässige Kamera mit integriertem Belichtungsmesser. Die Belichtungszeiten sind von 1s - 1/1000s sowie möglich. Der Objektivanschluss hat ein M42 Gewinde. Es stehen also unglaublich viele und gute Objektive zur Verfügung.

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